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Die Siegel des Fairen Handels
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Welche Siegel gibt es eigentlich im Fairen Handel? Hier erfährst Du, welche Produkte wie ausgezeichnet sein können... Damit nun auch Jedermann die fair gehandelten Waren im reichhaltigen Supermarktangebot erkennen und kaufen kann, gibt es mittlerweile unterschiedliche Siegel, die für die Herkunft der Produkte garantieren sollen: TransFair : Dies ist das wohl bekannteste Siegel auf dem deutsche Markt. Hinter der Bezeichnung ?Transfair? verbirgt sich der Verein zur Förderung des Fairen Handels e.V., der 1991 ins Leben gerufen wurde. Entwicklungshilfeorganisationen, kirchliche Verbände und die Verbraucher Initiative taten sich dabei zusammen, um neue Vertriebswege für fair gehandelte Produkte zu erschließen. 1993 wurde dann das TransFair-Siegel eingeführt. Anfangs galt es nur für Kaffee, doch inzwischen können auch einige andere Lebensmittel wie Kakaoprodukte oder Orangensaft mit dem TransFair-Siegel gekauft werden. TransFair ist keine Handelsorganisation. Es vergibt das Siegel lediglich an bestimmte Hersteller (Lizenznehmer), die sich damit verpflichten, die Rohstoffe für ihre Produkte, nach den Kriterien des Fairen Handels einzukaufen. Hand in Hand : Im Gegensatz zu TransFair, handelt es sich bei dem Hand-in-Hand-Siegel um ein privates Logo der Firma RAPUNZEL Naturkost. Diese garantiert auf solche Weise dafür, dass ihre Produkte sowohl nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus hergestellt, als auch fair gehandelt sind. Das Hand-in-Hand-Logo befindet sich auf allen RAPUNZEL-Waren, die zu mehr als 50% aus Rohstoffen ihrer firmeneigenen Partner in den Erzeugerländern hergestellt werden. Diese Hand-in-Hand-Partner sind unabhängig und können sowohl einzelne Bauern, Kooperativen, Plantagenbesitzer als auch Exporteure sein. Die Produzenten der Produkte erhalten einen Mindestpreis, welcher in der Regel über dem Weltmarkt- oder lokalen Richtpreis liegt, sowie eine Bioprämie und einen Hand-in-Hand-Aufschlag von jeweils 10 Prozent. Außerdem geht 1 Prozent des Verkaufspreises auf ein Spendenkonto, mit dem Aktionen in den Herstellerländern finanziert werden. Über die Kontrolle der Waren und die Vergabe des Hand-in-Hand-Siegels wacht ein unabhängiges Komitee. Flower Label Programm : Auch Blumen werden unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert. Gerade im Winter kommt der Großteil unserer Schnittblumen aus Südamerika oder Afrika. Die ?Blumenkampagne? (Brot für die Welt, FIAN und terre des hommes) hat sich mit dem Verband des Blumen-Groß- und Importhandels, dem Fachverband Deutscher Floristen, der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt sowie mit Blumenproduzenten aus Afrika und Südamerika zusammengeschlossen, um bessere Arbeits- und Lebensbedingungen für die Arbeiter auf den Plantagen zu schaffen. Das ?Flower Label Program? vergibt ein Siegel für Blumen aus menschen- und umweltschonender Produktion. Auf den beteiligten Plantagen werden existenzsichernde Löhne gezahlt. Kinderarbeit ist verboten. Des weiteren dürfen giftige Pestizide oder andere Chemikalien gar nicht oder nur so reduziert wie möglich eingesetzt werden. Fair Kauf : Dieses Siegel ist eine Eigenmarke der nur natur Stillern-Mooseuracher GmbH. Das Unternehmen vertreibt Tee, Feinkost und Wein aus Fairem Handel an Naturkostgeschäfte und Versandhandel. Mit dem Fair-Kauf-Siegel wird garantiert, dass die ausgezeichneten Produkte regelmäßig auf ökologische und fair gehandelte Standards geprüft werden. Den Herstellern werden Öko- und Sozialaufschläge gezahlt, welche den Aufbau sozialer Einrichtungen in den Dritte-Welt-Ländern unterstützen sollen. Durch ein jährliches Treffen werden die einzelnen Projekte der nur natur GmbH kontrolliert. Zusätzlich sorgen vereidigte Sachverständige für regelmäßige Berichte aus den Anbaugebieten der Produkte. Eco & Fair : Ein noch sehr neues Siegel ist Eco & Fair. Es entstand in Zusammenarbeit mehrerer Teeimportfirmen, welche nur losen Tee an Teegeschäfte oder im Direktvertrieb verkaufen. Da das TransFair-Siegel derzeit nur eingepackten Tee auszeichnet, sahen die Eco & Fair-Gründer die Notwendigkeit ein weiteres Siegel auch für losen Tee ins Leben zu rufen. Die ausgezeichnete Ware soll sowohl aus ökologischer Produktion als auch aus Fairem Handel stammen, doch befindet sich das 1998 entstandene Siegel noch in der Aufbauphase und wird noch nicht regulär verwendet. Rugmark : Das Siegel steht für die internationale Initiative gegen illegale Kinderarbeit in der Teppichindustrie und wurde 1995 von indischen Nichtregierungsorganisationen, deutschen und internationalen Hilfswerken und der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit gegründet. Nach Indien wurden auch in Nepal (1996) und Pakistan (1998) Rugmark-Stiftungen eröffnet, die helfen sollen, die Kinderarbeit bei der Teppichproduktion zu bekämpfen. Dabei arbeitet die Initiative sowohl in den Hersteller- als auch in den Absatzländern: In Indien, Nepal und Pakistan wird die Einhaltung der Produktionskriterien (z.B. keine Beschäftigung von Kindern unter 14 Jahren) bei Herstellern und Exporteuren kontrolliert, während dort wo die Teppiche gekauft werden (also in Deutschland, Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Großbritannien, Kanada und USA) die Betreung des Fachhandels sowie Öffentlichkeitsarbeit für die Initiative im Vordergrund stehen. Rugmark ist ein international registriertes Siegel, welches für zertifizierte Teppiche aus menschenfreundlicher Produktion steht. Seit Januar 1999 befindet sich die Initiative unter dem Dach von TransFair e.V. Care & Fair : setzt sich ebenfalls für die Bekämpfung von Kinderarbeit in der Teppichindustrie ein. Im Gegensatz zu RUGMARK, welches mit Hilfe internationaler Organisationen gegründet wurde, ist der Berufsverband Care & Fair die Reaktion des europäischen Teppichhandels auf die zunehmende Kritik an den Produktionsbedingungen. Von jedem Teppich, der mit dem Care & Fair-Siegel gekennzeichnet ist, wird 1% des Importwertes in einen Fond eingezahlt. Dieses Geld wird verwendet, um die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Teppichknüpferfamilien zu verbessern und zum Beispiel Ausbildungsprojekte für Jugendliche zu finanzieren. Ein genereller Verzicht auf Kinderarbeit wird damit zwar nicht geleistet, doch durch bessere Ausbildungsmöglichkeiten kann Kinderarbeit so auf längere Sicht unnötig gemacht werden. Seit Anfang des Jahres 2001 wird über eine Zusammenarbeit von Rugmark und Care & Fair diskutiert. Auslöser für diese Überlegung ist die Einsicht, dass weitaus besser gegen Kinderarbeit vorgegangen werden kann, wenn sich zwei Organisationen gemeinsam für das gleiche Ziel stark machen, als zwei kleinere Initiativen getrennt voneinander. Noch erweist sich eine solche Kooperation aber als schwierig. Da die Strukturen von Rugmark und Care & Fair sehr unterschiedlich sind, müssten von beiden Seiten einige Kompromisse eingegangen werden. |
Corinna Hoch, 15.09.2002 |
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